EWU: Inflationsrate im Dezember 2025 bei 2%
Die Verbraucherpreise im Euro-Raum sind im Dezember mit 2,0% schwächer gestiegen als im November. Das war keine Überraschung, denn aus den meisten großen Mitgliedsländer wurden vorher schon niedrigere Raten gemeldet. Zum Jahresanfang dürfte die Inflationsrate des Währungsgebiets sogar unter die Marke von 2% rutschen.
Vorläufigen Angaben zufolge ist die Inflationsrate im Euro-Raum (EWU) im Dezember leicht von 2,1% auf 2,0% zurückgegangen. Die Preise für Nahrungs- und Genussmittel stiegen zwar etwas stärker als zuvor. Die Energiepreise waren im Vorjahresvergleich aber rückläufig und bremsten die Inflationsrate stärker. Das kompensierte auch den nach wie vor hohen Preisauftrieb bei den Dienstleistungen, der sich nur leicht abschwächte. Auch bei den industriellen Gütern verlangsamte sich die Preisdynamik etwas. Daher verzeichnete die Kernteuerung – also die Inflationsrate ohne die volatilen Komponenten Nahrungsmittel und Energie – einen leichten Rückgang. Im Gesamtjahr 2025 beläuft sich die Inflationsrate im Euro-Raum damit auf 2,1% nach 2,4% im Jahr 2024.
Bei den großen Mitgliedsländern stieg nur in Italien die Inflationsrate leicht an. Spanien und Frankreich verzeichneten dagegen leicht niedrigere Teuerungsraten als im Vormonat. Besonders deutlich fiel der Inflationsrückgang in Deutschland aus. Hier gab die Inflationsrate in der europäischen Abgrenzung sogar von 2,6% auf 2,0% nach.
Ab Januar ist aufgrund der aktuell niedrigeren Rohölpreise wieder mit einem stärkeren preisdämpfenden Effekt der Energiepreise zu rechnen. Zudem lassen sich aus den Preisentwicklungen auf den Vorstufen, wie etwa den Erzeuger- oder den Importpreisen, keine Anzeichen für stärkere Preissteigerung ableiten. Der "Wage-Tracker" der EZB signalisiert ein langsameres Lohnwachstum, was auch für eine gemäßigtere Inflationsentwicklung spricht. Daher wird die Inflationsrate voraussichtlich unter die 2-Prozent-Marke rutschen. Wir rechnen jedoch nicht damit, dass die Inflationsrate im weiteren Jahresverlauf unter der Zielmarke der EZB verharrt. Der preisdämpfende Effekt der Energiepreise wird nicht von Dauer sein. Darüber hinaus weisen Umfragen der EU-Kommission darauf hin, dass der Einzelhandel und einige Dienstleistungsbereiche perspektivisch mit etwas höheren Absatzpreisen rechnen. Zudem dürften fiskalische Impulse die Konjunktur etwas beflügeln und in Teilbereichen zu höheren Preisen führen. Damit sollte die Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas stärker steigen.
-- Dr. Christoph Swonke

