Einkaufsmanagerbefragung: Es geht aufwärts – auch in Deutschland!

Der Composite-Einkaufsmanagerindex im Euro-Raum steigt von 51,3 auf 51,9 Punkte. Die größte Verbesserung verzeichnet die Stimmung in der Industrie. Daran haben die Ergebnisse aus Deutschland einen maßgeblichen Anteil.
 

Das Bild zeigt zwei Diagramme, die Indexpunkte von PMI-Daten (Einkaufsmanagerindex) darstellen. 

1. **Links**: "Sentiment in der EWU hält sich im Februar auf" – Dies ist das Composite PMI der Europäischen Währungsunion (EWU), das sich um die Wachstumsschwelle von 50 Punkten bewegt.

2. **Rechts**: "Industrie überschreitet Wachstumsschwelle" – Dies zeigt den PMI der Industrie sowohl für die EWU als auch für Deutschland. Beide Linien überschreiten in diesem Fall die Wachstumsschwelle. 

Die Wachstumsschwelle von 50 Punkten wird als Referenzpunkt für wirtschaftliches Wachstum oder Schrumpfung verwendet. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin, ein Wert darunter auf Schrumpfung.


Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum von S&P Global ist vorläufigen Angaben zufolge um 0,6 Punkte auf 51,9 Zähler gestiegen. In beiden Teilsegmenten konnten die Messzahlen zulegen. Während die Aufhellung im Dienstleistungsbereich nur marginal ausfiel, legte der Index für die Industrie kräftig zu. Dies ist zu großen Teilen auf die Stimmungswerte aus Deutschland zurückzuführen. Insgesamt berichtet S&P Global, dass im Februar der stärkste Wachstumsimpuls für den Euro-Raum von Deutschland ausging.

 

Denn in Deutschland stieg der Composite-Index von 52,1 auf 53,1 Punkte. Dabei verbesserten sich die Stimmungsbarometer der Dienstleister und der Industrie jeweils recht kräftig. In der Industrie erreichte die Messzahl mit 50,7 Punkten sogar erstmals seit Juni 2022 wieder einen Wert über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Laut S&P Global ist dies vor allem auf eine weiter anziehende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aus Deutschland zurückzuführen. Die zuletzt vom Statistischen Bundesamt gemeldeten starken Anstiege der Auftragseingänge spiegeln sich nun auch in den Umfragedaten wider.

 

Insgesamt ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass Deutschland das wirtschaftliche Tal der Tränen allmählich hinter sich gelassen haben dürfte. Eine Erholung zeichnet sich ab. Zwar wird diese mit einer enormen Erhöhung der Staatsschulden für Infrastruktur und Verteidigung erkauft, aber immerhin zeigt sie Wirkung. Damit der Fiskalimpuls aber nicht wirkungslos verpufft, ist es nun an der Zeit, die Erholung mit wirklich durchgreifenden Strukturreformen zu begleiten.

 

Dagegen fehlt es gemäß der Umfrage der französischen Wirtschaft an Schwung. Der Composite Index konnte sich zwar etwas verbessern. Mit 49,9 Punkten bleibt er aber im Niemandsland zwischen Expansions- und Schrumpfungsbereich. Im Gegensatz zu Deutschland berichten die französischen Einkaufsmanager sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor von einer schwachen Nachfrage.

 

-- Dr. Christoph Swonke